DRD Trio
Asturischer Folk
Das DRD Trio ist neben Anabel Santiago das zweite Folk Ensemble aus Asturien und
allein diese Beiden zeigen, wie unterschiedlich asturische Folklore klingen kann. Denn das
DRD Trio widmet sich intensiv der alten, aber auch starken, keltischen Seite der
asturischen Folklore.
Schon ca. 800 Jahre v. Chr. wurde das heutige Asturien von keltischen Stämmen
besiedelt und erinnerte schon damals mit seinen Wäldern und nebelverhangenen Bergen
eher an Irland oder die Bretagne. So wurde Asturien ein festes Siedlungsgebiet der
Kelten, wovon heute z.B. noch einige Menhire (vulgo: Hinkelsteine) zeugen. Die sich hier
ansiedelnden keltischen Stämme waren rebellisch und widersetzten sich allen
Eroberungsversuchen durch die Westgoten und später der Mauren.
Jahrhunderte später wurde die asturische Kultur und Sprache durch die Zentralregierung
in Madrid unter Franco massiv unterdrückt; wie auch in den anderen heute autonomen
Regionen Spaniens. Der Gebrauch der asturischen Sprache war unter dem Diktator sogar
verboten. Heute ist Asturisch eine anerkannte Sprache und wird in Asturien
gleichberechtigt neben dem Spanischen verwandt.
Bandgründer Rubén Bada stammt von der Nordkäste Asturiens, aus Avilés, wo die
asturische Sprache und Kultur heute immer noch sehr lebendig sind. Rubén hat in seiner
Jugend viele Instrumente ausprobiert und sogar Posaune gelernt, bis er mit 14 seine
erste Gitarre geschenkt, eine griechische Bouzouki in die Hand bekam und just zu dieser
Zeit auch noch die irische Musik für sich entdeckte. Die Bouzouki, ein Langhalslauten-Instrument, welches hauptsächlich in der Musik Griechenlands verwendet wird, ist
mittlerweile auch ein fester Bestandteil der keltischen Musik, in der sie andere
Saiteninstrumente ergänzt oder sogar verdrängt hat.
Rubén jedenfalls hatte nun seine Instrumente und seinen Stil gefunden und entwickelte
sich zu einem der gefragtesten jungen Musiker Asturiens. Er arbeitete und trat mit
verschiedenen Künstlern und Bands aus ganz Spanien auf, u.a. Anabel Santiago. 2004
ging er dann nach Belfast und konnte auch dort auf sich aufmerksam machen. Er spielte
mit John Mcsherry und Donal O´Connor, den Gründern der bemerkenswerten Band "At
first Light".
Gemeinsam mit den alten Freunden Dolfu Fernandez und Borja Beargaño gründete er
2001 DRD. Das Trio übertrug traditionelle Dudelsack-Tunes, die man in Asturien fast an
jeder Straßenecke hören konnte, auf die ungewöhnlich Besetzung Bouzouki, Geige und
Flöte. So mischen sie Tanzmusik mit melancholischen, traditionellen Balladen, bei denen
die Stimme des Geigers Dolfu Fernandez besonders gut zum tragen kommt.
Ihr erstes Album "Namái" bekam ausgezeichnete Kritiken, die Band wird als eine der
innovativsten der asturischen Folkszene bezeichnet. Ein zweite CD ist in Arbeit und so ist
die Vorfreude groß, auf einen wundervollen Abend unter der riesigen Kuppel der
Kreuzkirche. Keltisch-asturische Geschichten und Lieder zum Tanzen und zum Weinen in
einer der schönsten Orte in Kassel für akustisch-konzertante Weltmusik.
Dolfu R. Fernández Geige, Gesang | Rubén Bada Bouzouki, Gitarre | Borja Baragaño Flöte
Informationen zur Veranstaltung
- Beginn: 20.00 Uhr
- Ort: Kreuzkirche (Luisenstraße)
- Vorverkauf & Eintritt: siehe Karteninformation



