Feria de Abril

Spanisches Frühlingsfest mit AIRE FLAMENCO

Seit einigen Jahren feiert der Club Juvenil die "Feria de Abril". Die Übersetzung bedeutet soviel wie: Feier des April. Ihren Ursprung hat die Feria de Abril in einem Viehmarkt in Sevilla, der sich im Laufe der Zeit zum wohl fröhlichsten Volksfest im ganzen Land wandelte. Auf dem Festgelände sind unzählige casetas, provisorische Häuser und Zelte aufgebaut und mit farbigen Lampen geschmückt. Morgens ziehen die Landbesitzer in ihren traditionellen Trachten zu Pferde oder in Pferdekutschen auf das Terrain. Am Nachmittag beginnt dann ein großartiges Fest, das die ganze Nacht lang dauert und bei dem die Manzanilla, ein spanischer Wein, die bunten Flamencokostüme der Frauen, die Lampions in grellen Farben, die Pferde mit ihrem Schmuckzaumzeug und vor allem die Sevillana, der typische andalusische Tanz, die Höhepunkte der Feria de Abril bilden. Dieser Tagesablauf wiederholt sich eine ganze Woche und es ist nicht verwunderlich, dass während dieses lebenslustigen Feiermarathons das normale städtische Leben weitgehend zum Erliegen kommt.

Am 27.04., einem Sonntag im "Abril", möchte der Club Juvenil mit der Musik Andalusiens – von dem Cante Hondo, der Sevillanas, der Alegrias bis zu der Rumba –, mit Flamencotanz und mit "Tapas", kulinarischen Spezialitäten bestehend aus Gambas, Schinken, Käse, Oliven oder Tortillas, etwas vom Flair und der spanischen Lebensart des andalusischen Originalfests in den Schlachthof bringen. Es sollen vom späten Vormittag bis zum frühen Abend Flamencomusiker spielen und traditionelle Tänze dargeboten werden.
Der Club Juvenil besteht seit 1974 und hat 60 Mitglieder. Die Förderung der spanischen Kultur in der Migration ist Schwerpunkt des Vereins. Der Club öffnet regelmäßig die Räume, bietet Informationsveranstaltungen an und ist in der Jugendarbeit aktiv. Darüber hinaus unterhält der Club Juvenil zwei Flamencogruppen, die bei Festen und Veranstaltungen auftreten.

Aire Flamenco

Es gibt sicher ebenso viele Möglichkeiten den Flamenco zu beschreiben, wie ihn zu spielen. Doch alle Versuche seine Leidenschaft, seine Spontanität aber auch seine hohen Anforderungen an den Ausdruck der Stimme, die Beherrschung des Tanzes und die Disziplin der Gitarre in Worte zu fassen, können der Ausstrahlung dieser Musik nur unzureichend gerecht werden. Man muss die Atmosphäre spüren, erleben wie es den Sänger plötzlich überkommt und er sich von seinem eigenen Temperament mitreißen lässt, um die Kraft dieser Musik zu erfahren. Aire Flamenco steht für diesen authentische Stil. Klassische Flamencomelodien und Rhythmen, wie sie von Generation zu Generation weitergegeben wurden, bilden die Grundlage ihrer Musik. Ihr Programm umfasst ein breites Spektrum der verschiedenen Flamencostile.
Neben feurigen Rumbas, Farucas und Marchas sind die tief empfundenen, mit sehr sparsamer Gitarrenbegleitung gesungenen Siguerias ein fester Bestandteil des Programms. Der raue und leidenschaftliche Gesang "El Calós" erzählt von Verzweiflung, Leidenschaft und Gewalt, aber auch von großer Liebe. Das ganze Schicksal eines Volkes wird hier in kurzen, beeindruckenden Momenten hörbar. Die Umsetzung dieser Musik in Tanz gestaltet "La Mariví" kongenial. Ohne feste Choreographie, ganz der Inspiration des Augenblicks hingegeben, tanzt sie ihre eigenen Empfindungen, ihre eigene Persönlichkeit. Die Gitarren - gespielt von "El Caló" und Manolo "El Cordobés" - lassen Gesang und Tanz zu einer Einheit verschmelzen, aus der Klage und Trauer, Humor und Fröhlichkeit zum Publikum überspringen.
Salvador "El Caló" wurde in Granada als Sohn eines Schäfers geboren. Aufgewachsen in der Altstadt inmitten zahlreicher Flamencokünstler lernte er ihn an seinen Quellen, autodidaktisch und ohne formelle Schulung, wie dies in Andalusien seit Jahrhunderten üblich ist. Als junger Mann besuchte er die nächtlichen Flamencotreffen in den Peñas und Patios um zu lernen und sein Können unter Beweis zu stellen. Besonders bemerkenswert ist, dass er wie nur wenige Flamencomusiker gleichzeitig ein exzellenter Sänger und Gitarrist ist.
Marivi Lopéz - "La Mariví" stammt aus La Linea, einem Stadtteil von Cadiz. Der Flamenco prägte ihre Kindheit zutiefst, so dass sie sich hier in Deutschland bald wieder auf die Suche nach dem, was ihrem Herzen so sehr fehlte, begab. Sie trat mit unterschiedlichen Formationen auf, aber ihr Herz gehört dem kleinen, intimen Ensemble um "El Caló".

Salvador "El Caló" Gitarre, Gesang | Mariví López Tanz, Gesang, Palmas und Gäste


Informationen zur Veranstaltung

  • Beginn: ab 12.00 Uhr
  • Ort: Kulturzentrum Schlachthof (Mombachstr. 12)
  • Eintritt: frei!

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